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Fragen & Antworten

Für weitergehende Fragen und Antworten empfehlen wir die gut strukurierten FAQ auf der Seite des Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBundesgesundheitsministeriums.
 

Welche Bedeutung hat die elektronische Gesundheitskarte und warum kann die alte Krankenversicherungskarte nicht weiter benutzt werden?

 

Ab 2006 soll die elektronische Gesundheitskarte schrittweise eingeführt werden und die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen. Die neue Gesundheitskarte ist der Schlüssel zu einer umfassenden Modernisierung des Gesundheitswesens. Mit ihr wird eine zeitgemäße Informations- und Kommunikationstechnologie eingeführt. 123.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 2.200 Krankenhäuser, 21.000 Apotheken und rund 290 Krankenkassen (gesetzlich und privat) sollen künftig vernetzt und deshalb besser abgestimmt zusammen arbeiten.
Für die 80 Millionen Versicherten soll sich dadurch vor allem die Behandlungsqualität verbessern. Denn die neue elektronische Gesundheitskarte wird sich nicht nur äußerlich von der Krankenversichertenkarte durch ein Lichtbild des Inhabers unterscheiden. Neben administrativen Daten können auf Wunsch der Versicherten auch Gesundheitsdaten verfügbar gemacht werden. Zugleich soll die Umsetzung bestehender Rechte der Versicherten, die eigenen Gesundheitsdaten lesen zu können, mit der Gesundheitskarte erleichtert werden.


Die neue Karte ist ein kleiner Mikrocomputer, auf dem maximal 64 KByte Daten gespeichert werden können. Gleichzeitig kann sie als Schlüssel für den Zugang zu anderen Speichermedien (Server) verwendet werden.


Die alte Karte ist für diese Funktionen nicht geeignet, denn sie verfügt nur über eine geringe Speicherkapazität (nur 256 Byte) und hat keinen Mikroprozessor. Sie kann leicht kopiert oder weitergegeben und somit missbraucht werden.

Welche Vorteile und Funktionen bietet sie?
 

Wesentliche Vorteile für die Versicherten bestehen darin, dass wichtige Gesundheitsdaten schnell verfügbar sind (z. B. im Notfall und beim Arztwechsel) und dadurch in vielen Fällen eine qualitativ bessere Behandlung erreicht werden kann. Die Aufnahme und Speicherung von Gesundheitsdaten ist für die Versicherten freiwillig. Maßgebliche Vorteile für den Versicherten treten ein, wenn er der Datenspeicherung zustimmt. 
 

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist auf Wunsch des Versicherten eine Arzneimitteldokumentation verbunden. Sie gibt einen Überblick über die verordneten Arzneimittel, wodurch unter Umständen schwerwiegende Wechselwirkungen von Arzneimitteln, die von verschiedenen Ärzten verordnet werden sowie Arzneimittelunverträglichkeiten vermieden oder zumindest reduziert werden können. 
 

Darüber hinaus erhält jeder Versicherte die Möglichkeit, die über ihn gespeicherten Daten vollständig zu lesen bzw. sich ausdrucken zu lassen. Er erhält einen besseren Überblick über seinen eigenen Gesundheitsstatus wie Impfungen, Medikamente, Notfalldaten etc.. Dadurch wird auch die Eigenverantwortung und aktive Mitwirkung des Versicherten bzw. des Patienten gestärkt. Der Versicherte bleibt Herr seiner eigenen Daten.

Welche Daten stehen auf der Karte?
 

Die neue elektronische Gesundheitskarte hat auf der Vorderseite ein Foto des Versicherten und ist zur Aufnahme folgender Daten konzipiert:

Angaben zum Versicherten:

  • ausstellende Krankenkasse und ein Kennzeichen für die zuständige Kassenärztliche Vereinigung
  • Familienname, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Anschrift und Krankenversichertennummer des Versicherten
  • Versichertenstatus (z. B. Mitglied, Familienversicherter, Rentner)
  • Zuzahlungsstatus
  • Tag des Beginns des Versicherungsschutzes
  • Datum des Fristablaufs bei befristeter Gültigkeit der Karte
  • Unterschrift und Foto des Versicherten

Versicherungsschutz in der Europäischen Union:

Auf der Rückseite der Karte stehen alle Angaben, die den bisherigen Vordruck E 111 ersetzt, um bei Auslandsreisen in die Mitgliedsländer der Europäischen Union medizinische Leistungen zu erhalten.
 

Elektronisches Rezept und Zugriffsprotokoll:
 

Vom Gesetzgeber wurde als einzige Pflichtanwendung das elektronische Rezept vorgegeben. Im Zugriffsprotokoll werden die letzten 50 Zugriffe auf die Daten der Karte protokolliert.

Freiwillige Daten:

Die folgenden Anwendungen werden nur bei Einwilligung des Versicherten auf der Karte bzw. auf Servern (Menge der Daten) gespeichert.

  • Dokumentation der verordneten Arzneimittel
  • Notfallinformationen (z. B. Blutgruppe, Allergien, Dialyse, Asthma)
  • Gesundheitsinformationen (z. B. aktuelle Diagnosen, Impfungen und Röntgenuntersuchungen)
  • Elektronische Mitteilungen = elektronische Patientenakte (Arztbriefe, Befunde)
  • Patientenquittung, welche den Patienten über die vom Arzt erbrachten Leistungen und deren vorläufige Kosten informiert

Grundsätzlich können in der Zukunft weitere Anwendungen auf die Karte geladen werden. Auch das geschieht nur bei Einwilligung des Versicherten.

Welchen Nutzen bringt die Karte für das Gesundheitssystem?
 

Durch Unterbinden von Missbrauch gehen mehrere Millionen Euro pro Jahr nicht verloren.
Die Pflichtanwendung des elektronischen Rezeptes wird das bisherige papiergebundene Verfahren komplett ersetzen. Die mehrfache manuelle Bearbeitung entfällt durch die elektronische Verarbeitung und setzt damit entscheidende finanzielle Mittel frei.

Kann der Versicherte die Daten auf der Karte lesen?
 

Der Versicherte kann seine Daten an Bildschirmgeräten, auch e-Kiosken genannt, einsehen. Diese Terminals, ähnlich einem Bankautomaten, können in Apotheken oder Wartezimmern von Arztpraxen stehen. Wer als Versicherter ein entsprechendes Kartenlesegerät an seinen PC zu Hause angeschlossen hat, kann seine Daten auch zu Hause einsehen.

Wird es zunächst nur eine Karte mit eingeschränktem Funktionsumfang geben, die nicht mehr kann als die alte Krankenversichertenkarte?

 

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte verläuft in Stufen. Wie die Krankenversichertenkarte dient die elektronische Gesundheitskarte der Identifizierung des Versicherten und wird diese Funktion von Anfang an erfüllen. Ebenfalls Bestandteil der ersten Ausbaustufe ist die automatische Überprüfung und Aktualisierung der Krankenkassendaten des Versicherten sowie die Anwendung des elektronischen Rezepts.
In weiteren Ausbaustufen folgen der elektronische Notfalldatensatz, die elektronische Arzneimitteldokumentation und die elektronische Patientenakte.

Wie wird der Sicherheit von sensiblen Daten Rechnung getragen?
 

Die Versicherten haben einen berechtigten Anspruch, ihre sensiblen Gesundheitsdaten besonders sicher zu wissen. Die moderne Technologie, die mit der elektronischen Gesundheitskarte verbunden ist, erfordert im Gegensatz zur alten Krankenversichertenkarte eine gezielte Verschlüsselung personenbezogener Daten. 
 

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen stellen den Schutz der Versicherten in den Mittelpunkt.
Der Zugriff erfolgt durch Autorisierung der Versicherten und grundsätzlich nur zusammen mit dem elektronischen Heilberufsausweis des Arztes oder Apothekers. Dieses Zwei-Schlüssel-Prinzip ist ein wichtiges Sicherheitselement: Nur wenn Arzt und Versicherter gleichzeitig ihre Schlüssel nutzen, werden die Daten lesbar. 
 

Nicht Zugriffsberechtigte dürfen vom Versicherten nicht verlangen, Zugriff auf die Daten der Gesundheitskarte zu erhalten. Ein solches Verlangen darf mit den Versicherten auch nicht vereinbart werden. Dies gilt auch für Zugriffsberechtigte, die den Zugriff zu anderen als Versorgungszwecken
verlangen. 
 

Darüber hinaus wurden in enger Abstimmung mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz Regelungen in das Sozialgesetzbuch V aufgenommen. Das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von medizinischen Daten mittels der elektronischen Gesundheitskarte ist nur mit Einwilligung der Versicherten und nach vorheriger Information der Versicherten zulässig. Um die mittels der Gesundheitskarte erfolgten Zugriffe kontrollieren zu können, sehen die gesetzlichen Regelungen vor, dass die letzten 50 Zugriffe jeweils protokolliert werden müssen.

Ein wesentliches Sicherheitsargument ist, dass der Zugriff auf sensible Daten des Versicherten nur mit Hilfe eines Heilberufsausweises erfolgen darf. Steht dieser rechtzeitig zur Verfügung?


Parallel zur elektronischen Gesundheitskarte wird auch der elektronische Heilberufsausweis eingeführt. Bei der Einführung des elektronischen Heilberufsausweises hat sich das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS) mit den Ländern auf eine zuständigkeitsbezogene Arbeitsteilung verständigt. Die Ausgabe organisieren die Berufskammern der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker.

Können zukünftig auch die Gesundheitsdaten, für die jetzt noch Dokumentationen in Papierform existieren, wie z. B. Mutterpass, Impfpass, etc. über die Gesundheitskarte eingesehen werden?

 

Die Nutzung der freiwilligen Applikationen der elektronischen Gesundheitskarte wird in weiteren Ausbaustufen zur elektronischen Patientenakte führen, in der dann - auf Wunsch des Versicherten - wichtige Dokumente wie Arztbriefe, Befunde, Mutterpass, Impfpass und später auch medizinische Bilddateien abgelegt werden können.

Wann kommt das elektronische Rezept?
 

Das elektronische Rezept ist eine der ersten Anwendungen, die mit der elektronischen Gesundheitskarte realisiert werden wird. Sobald in den Testregionen die technischen Vorarbeiten abgeschlossen sind, werden dort das Zusammenspiel von Heilberufsausweisen und elektronischen Gesundheitskarten der Versicherten und das elektronische Rezept getestet. Die schrittweise flächendeckende Einführung erfolgt, wenn das elektronische Rezept in den Testregionen ausreichend erprobt ist.

Wird das elektronische Rezept auf der Gesundheitskarte oder auf einem Server gespeichert?

 

Das elektronische Rezept soll in der Testphase sowohl auf der elektronischen Gesundheitskarte als auch auf einem Server gespeichert werden.

Wie werden die sonstigen Leistungserbringer, wie z. B. Optiker, Physiotherapeuten, Sanitätsfachgeschäfte etc. nach Einführung des elektronischen Rezepts die Verordnungen lesen können?
 

Die Planungen der Selbstverwaltung gehen von einer schrittweisen Einführung der elektronischen Gesundheitskarte aus. Das vorliegende Konzept sieht vor, das elektronische Rezept zuerst auf apothekenpflichtige Produkte zu beschränken. Das bedeutet, dass es zunächst nicht zu einer Änderung der Geschäftsprozesse hinsichtlich der nicht apothekenpflichtigen Produkte und Leistungen kommt. Es wird gewährleistet sein, dass auch nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte alle im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu erbringenden Leistungen, die noch nicht von Beginn an Anwendungsgegenstand sind, auch weiterhin erbracht werden. Derartige Verordnungen werden zunächst weiter papierbasiert erstellt.

Wie sieht der Zeitplan der Einführung aus?
 

Ab Ende 2005 soll die elektronische Gesundheitskarte in ausgewählten Regionen getestet und ab 2006 schrittweise für alle Versicherten bundesweit eingeführt werden.

Gemäß Gesetz §291a SGB V ist es Aufgabe der Selbstverwaltung, bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die Schaffung der erforderlichen Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur zu vereinbaren.

Wozu dienen die Tests und Testregionen im Gesamtprojekt?
 

Der Prozess zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte tritt mit Beginn der Testphase in ein Stadium, in dem Ärzte, Apotheker, Versicherte und andere Beteiligte erstmals Hard- und Software sowie die Organisation in der Praxis erproben werden.

Ziel der Testphase ist es, das Zusammenspiel aller Komponenten für den bundesweiten Aufbau einer funktionierenden Telematikinfrastruktur, die die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ermöglicht, bundesweit zu erproben.
Die Umsetzungsverantwortung für die Durchführung der Tests sowie die Auswahl der Testregionen liegt bei der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik), einer Projektorganisation der Selbstverwaltung auf Bundesebene. Die Vorarbeiten der Bundesländer auf die Testphase sind ein wertvoller Beitrag zur Testung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur.

Einige Bundesländer haben bereits begonnen, ihre Testvorhaben intern zu organisieren. Ziel dieser Organisation wird es sein, einzelne von der elektronischen Gesundheitskarte unterstützte Funktionen, wie beispielsweise das elektronische Rezept, die Arzneimitteldokumentation oder die Notfalldaten, in abgestimmten Regionen zu testen. Eine weitere Aufgabe muss auch sein, das Zusammenspiel bundesweit einheitlicher Dienste zwischen den Modellregionen zu prüfen.
 

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